Gänsereiten: Karneval in Barbarien, 2012 n.Chr.

    Update vom 8. Mai 2017

    ES IST VOLLBRACHT!

    Das Ende der Barberei
    Das Ende der Barberei

    Nach 400 Jahren hat die Vernunft gesiegt! Danke an alle, die sich – vor, nach und mit uns – dafür stark gemacht haben und so unermüdlich dagegen gekämpft haben. Siehe auch die letzten Updates…

    Update vom 27. Februar 2017

    Unsere Sandra Lück – die derzeit auch die Vorgänge rund um den Eurovision Song Contest in der Ukraine kritisch durchleuchtet –  in ihrer Eigenschaft als Bundesvorsitzende der Tierschutzpartei und Leiterin BAK Praktischer Tierschutz, wird nicht müde:

    Danke Sandra, Reiner, und Eure Mitstreiter vor Ort!

     

    Update vom 16. Februar 2015

    Auch der Deutschlandfunk macht sich kundig:

    Hintergründe dazu in diesem Radiointerview von DRadio Wissen

     

    Update vom 15. Februar 2015

    Trotz 56.000 empörten Gegenstimmen fand auch in diesem Jahr das barbarische Treiben unter Polizeischutz statt…

    Aber: „Wir haben erst angefangen. Nun geht es an den Landtag, danach auf Bundesebene, wenn es sein muss…“ Danke, Sandra Lück, für Deine Petition und alles andere!

    Update vom 14. Februar 2015

    Es bleibt spannend! Nachdem bereits 51.000 (nach)denkende Menschen die Petition gezeichnet haben, kommen auch die TV-Sender (wieder) auf den Geschmack – aber anders als in den Jahren zuvor, wird diesmal endlich die Frage gestellt, wie zeitgemäß ein derart entartetes Treiben noch ist:

     

     Update vom 23. Januar 2015

    YES! Nach nur 22 Jahren regelmäßiger Proteste schlägt es endlich auch medial mal hohe Wellen! Dank unserer Lieblings-Tierschutz-und-Guerilla-PR-Aktivistin Sandra Lück kommt nun neben Change.org auch VICE mit ins Spiel (http://www.vice.com/…/sonderkommando-tierschutz-teil-1) Wattenscheid, zieht Euch warm an!

     

     Update vom 19. Januar 2015

    Einige unserer Vereinsfreunde aus dem Ruhrgebiet haben das Thempetition2a erneut aufgegriffen. Hier findet Ihr die sinnentleerten Antworten der „Volksvertreter“ zur Rechtfertigung des nächsten Durchgangs dieser abartigen „Tradition“…

    Wattenscheiß.

    Ach, auch Jocelyne Lopez hat in ihrem Blog darüber berichtet und auf eine Petition unseres Mitglieds Sandra Lück verlinkt…

     

    Update vom 16. Februar 2012

    Die Antwort aus Barbarien:

    Sehr geehrte Frau Terveer,

    Ihre an Frau Oberbürgermeisterin gerichtete Eingabe habe ich
    zuständigkeitshalber zur Beantwortung erhalten.

    Zu Ihrer Anfrage vom 14.02.2012 nehme ich wie folgt Stellung:

    In Bochum-Wattenscheid betreiben zwei Vereine, nämlich der

    –       “Gänsereiterclub Sevinghausen 1598 e. V.”  und der
    –       “Gänsereiter-Club Höntrop von 1598 e. V.”,

    die traditionelle Veranstaltung des sog. “Gänsereitens”. Im
    Anschluss an jede der jährlich stattfindenden Veranstaltungen wird die
    ausgerittene ´Schaugans´ zusammen mit der Königsgans bei einem
    Gänsebratenessen im Kreise der Veranstaltungsteilnehmer und
    zusätzlicher Gäste verzehrt. Die Gänse dienen somit letztlich der
    menschlichen Ernährung.

    Nach den Bestimmungen des Tierschutzgesetzes ist ein Töten von Tieren
    nur mit einem vernünftigen Grund zulässig. Das Schlachten von Tieren
    (Def. nach RL 93/119/EG: Herbeiführen des Todes eines Tieres durch
    Blutentzug) zur Gewinnung von Fleisch zum menschlichen Verzehr ist ein
    (gesellschaftlich anerkannter) vernünftiger Grund im Sinne dieses
    Gesetzes (s. § 4 a TierSchG).

    Die Tierschutzschlachtverordnung fordert die Betäubung eines
    warmblütigen Tieres vor der Schlachtung und den sofortigen Blutentzug
    durch Eröffnen mindestens einer Halsschlagader oder des entsprechenden
    Hauptblutgefäßes.

    Nach hiesigen Informationen und Feststellungen bei stichprobenartigen
    Kontrollen werden die Gänse dem Tierschutzrecht konform getötet (Abgabe
    der ganzen Tierkörper nach Blutentzug).

    Vorstehende rechtliche Beurteilung erfolgt auch unter Berücksichtigung
    der am 17.05.2002 vorgenommenen Aufnahme des Tierschutzes als Staatsziel
    in Art. 20 a GG.

    Das Gänsereiten in Bochum-Wattenscheid hat wiederholt zur Erstattung
    von Strafanzeigen gegen die Vorsitzenden der beiden Gänsereitervereine
    und zur Einleitung von staatsanwaltschaftlichen Ermittlungsverfahren
    geführt, die jedoch ausnahmslos durch die Staatsanwaltschaft Bochum
    eingestellt worden sind (s. zuletzt Az.: 41 Js 59/03, 41 Js  66/03, 41
    Js 238/03 u. 41 Js 96/04).

    Auch Klageerzwingungsverfahren bei der Generalstaatsanwaltschaft Hamm
    führten nicht zu anderen Ergebnissen.

    Über meine rechtlichen Eingriffsmöglichkeiten hinaus habe ich mit den
    beiden Gänsereitervereinen gesprochen, ob diese nicht auf freiwilliger
    Basis bereit sind, die Veranstaltung mit einer Attrappe durchzuführen.
    Deren maßgebliche Vorstandsmitglieder zeigten sich bei dem am 26.01.04
    auf Einladung des Ordnungsamtes stattgefundenen Erörterungsgespräch
    bezüglich der Frage, ob die Verwendung echter Gänse noch zeitgemäß
    ist,  „grundsätzlich diskussionsbereit“ und kündigten an, sich damit
    innerhalb der Vereine auseinander setzen zu wollen. Hierzu war
    beabsichtigt, die Meinung der jeweiligen Gesamtvorstände sowie der
    gesamten Mitgliedschaft zu erfragen.

    Die Vereine haben mit Schreiben vom 05.07.04 dazu mitgeteilt, dass sie
    sich in ihren Mitgliederversammlungen ausführlich mit dem Für und Wider
    der Verwendung einer echten Gans beschäftigt und auseinander gesetzt
    haben. Exemplarisch durchgeführte Befragungen von Wattenscheider Bürgern
    hätten ergeben, dass dort der Austausch einer echten Gans gegen eine
    Attrappe auf keinerlei Verständnis stoßen würde. Die Vereine seien von
    interessierten Bürgern sogar darin bestärkt worden, an der über
    400jährigen Tradition festzuhalten. Letztendlich haben sich beide
    Vereine einstimmig für die Beibehaltung des traditionellen Gänsereitens
    in der bisher üblichen Form ausgesprochen.

    Begrüßt habe ich jedoch, dass seit 2006 ein neues Ritual für das
    Kinder-Königsreiten eingeführt worden ist, wonach nunmehr mit Hilfe der
    Reitgerte Hufeisen und ein kleiner Ring “geangelt” werden.

    Nachdem wiederholt Überprüfungen der Stadt Bochum und der
    Staatsanwaltschaft ergeben haben, dass gegen das Gänsereiten weder
    ordnungs- noch strafrechtlich eingeschritten werden kann, und auch mein
    Intervenieren bei den betroffenen Vereinen, inwieweit sich diese aus
    moralisch-ethischen Gründen freiwillig bereiterklären, ihre Tradition
    des Gänsereitens nur noch mit Attrappen durchzuführen, gescheitert ist,
    sehe ich mich derzeit außer Stande, weitergehend vermittelnd tätig zu
    werden, zumal auch aktuelle Bemühungen bei beiden Gänsereitervereinen
    nicht zu der Bereitschaft geführt haben, auf freiwilliger Basis eine
    Attrappe zu verwenden.

    Auch durch den Beschluss des Petitionsausschusses, dass das sog.
    ´Hahneköppen´ mit einem lebenden oder aber mit einem zu diesem Zweck
    getöteten Tier nicht zulässig ist und war, ergibt sich keinerlei
    rechtliche Veränderung zu der bisherigen Beurteilung. Geltende Gesetze,
    wie zum Beispiel das Tierschutzgesetz, haben sich gegenüber früheren
    Beurteilungen bis heute nicht geändert und auch die nunmehr durch den
    Petitionsausschuss vorgenommene Interpretation des Tierschutzgesetzes
    war bereits mehrfach Gegenstand der entsprechenden Überprüfungen der
    Staatsanwalt.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dieter Pech
    Stadt Bochum
    Ordnungsamt
    44777 Bochum
    Telefon: (0234) 910 – 3682
    Telefax: (0234) 910 – 1351
    E-Mail: DPech@bochum.de
    E-Mail: amt32@bochum.de

    Bin schockiert. Gerade im Netz darauf gestoßen worden und hielt es erst für einen Hoax:
    Im 21. Jahrhundert in halbwegs zivilisierten Gegenden – und dazu zählte ich bislang sogar Bochum, sorry Mr. Grönemeyer – existiert noch so genanntes “Brauchtum” wie das “Gänsereiten”?

     

    Wer nach der Lektüre der folgenden Links ebenfalls seinen Unmut darüber äußern möchte, der/die findet unten einen Vordruck zum schnellen Versenden und darf diese Info gern auch über die Buttons hier teilen…

    Lauter Protest gegen Gänsereiten in Wattenscheid – Artikel aus  ”DerWesten

    Gänsereiten bei Wikipedia

    Video aus der WDR Mediathek

    Politische Dimension dieses Theaters

     

    Bitte schreibt Eure Meinung an:

    Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz
    Mail: Oberbuergermeisterin@bochum.de

    und

    Irmgard Gulan
    Leiterin Ordnungsamt
    Mail: amt32@bochum.de

     

    Textvorschlag

    Sehr geehrte Frau Scholz und sehr geehrte Frau Gulan,

    Sie sind bei der Stadt Bochum als Oberbürgermeisterin, bzw. als Leiterin des Ordnungsamtes verantwortlich für die allgemeine Gefahrenabwehr in Bochum und für die Stadt im Allgemeinen. In den Ortsteilen Wattenscheid-Höntrop und Wattenscheid-Sevinghausen findet jeweils zu Rosenmontag das sog. Gänsereiten statt. Echten Gänsen wird dann der Kopf von den sog. Gänsereitern abgerissen. Ein für mich völlig unglaublicher Vorgang! Tieren wird der Kopf vom Körper abgerissen! Ich bin völlig sprachlos und entsetzt, dass so etwas im Jahr 2012 noch immer stattfinden darf, ohne dass die dafür Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.

    Bochum ist die letzte Stadt im Ruhrgebiet, die so etwas zulässt. In Städten wie Dortmund oder Essen ist so etwas nicht mehr möglich. Nur noch in Bochum schauen Kinder dabei zu, wie an den Körpern von Tieren so lange herumgerissen wird, bis der “Sieger” den blutüberströmten Kopf in der Hand hält.
    Ich fordere Sie auf dieses widerliche und ekelerregende Treiben in ihrer Stadt zu unterbinden!

    Mit freundlichen Grüßen

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      2 comments to “Gänsereiten: Karneval in Barbarien, 2012 n.Chr.”

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