FAKTEN statt FAKE NEWS | IDEEN #StattJAGD

(c) Alpha STORYTELLING by Kai Kapitän

Keine Gänsejagd in NeussUpdate 15.12.2021

Wie aus gewöhnlich gut informierten Kreisen eben verlautbart wurde, lässt die Stadt „aus aktuellem Anlass“ mitteilen, dass „die Bejagung der Kanadagänse durch Abschuss für die laufende Jagdsaison zurückgestellt“ wird!
„Dies geschieht auch, um im Interesse des Tierschutzes alle Möglichkeiten des Gänsemanagements, die nicht mit der Tötung von Tieren verbunden sind, auszuschöpfen.“
Diese Entscheidung fußt auf dem Begleitschreiben der „Genehmigung zur Unfruchtbarmachung bzw. der Entnahme von Gelegen der Kanadagans“ die die Untere Jagdbehörde des Rhein-Kreises Neuss der Stadt Neuss bereits am 18.11.21(!) erteilte.
Wir bedanken uns bei den Entscheidungsträgern der Stadt Neuss und all den tausenden Unterstützern – auch und besonders im Namen der Neusser Gänse und ihrer Freunde!
PS
Über die weiteren geplanten Maßnahmen werden wir zukünftig mit der Stadt sprechen, also bleibt gespannt und folgt unseren Medien!

Infostand Neusser Rathaus

Update 13.12.2021

Aufruf zum Infostand

Das Unterschreiben unserer Petition bei Campact ist derzeit wg. einer globalen Sicherheitslücke, die sehr viele Systeme weltweit betrifft nicht jederzeit möglich 🙁
Bitte nutzen Sie inzwischen die Petition unserer Kollegen der Tierschutzpartei für das selbe Anliegen auf https://www.change.org/p/rat-der-stadt-neuss-keine-g%C3%A4nsejagd-im-stadtgarten-neuss-f%C3%BCr-eine-tierschutzgerechte-populationskontrolle

Sie wollen selber aktiv Unterschriften zu sammeln? Drucken Sie sich die Unterschriftenliste aus:
Sie wollen mehr zu unseren tierischen Nachbarn erfahren? Schauen Sie unter notpfote.de/gaia nach…

Update 10.12.2021

Trotz mehrfacher Nachfrage bei der Unteren Jagdbehörde, dem Ordnungsamt, dem Grünflächenamt und dem Umweltamt, der Polizei sowie dem Bürgermeister Reiner Breuer persönlich erhalten wir seit dem 12.11.21 keine Antworten auf unsere Fragen nach dem Termin für den Jagdbeginn oder weiteren Einzelheiten. Dies obwohl die Behörden nach dem Informationsfreiheitsgesetz und Umweltinformationsgesetz verpflichtet sind, Auskunft zu erteilen.

Vielleicht liegt es ja an uns, dass wir keine Antwort erhalten.

Darum bitten wir SIE ALS BÜRGER, diese Fragen ebenfalls an die entsprechenden Parteien zu stellen und uns gern die erhaltenen Antworten weiterzuleiten.

Unser Schreiben lautete:

Sehr geehrte Damen und Herren,

Mit Bezug auf die geplante Bejagung der Kanadagänse im Stadtgarten Neuss stellen wir als Neusser Bürger folgende Anfrage nach dem IFG und UIG NRW:

  1. An welchem Tag / welchen Tagen wird die Bejagung stattfinden?
  2. Wie hoch ist die intern geplante Anzahl der zu tötenden Tiere?
  3. Wie hoch sind die voraussichtlichen Kosten für eine intensive Bejagung für die Stadt Neuss?
  4. Wurden Gutachten/Expertisen von anerkannten Natur- und/oder Umweltverbänden zum Gänsemanagement herangezogen?
  5. Wie lauteten die Empfehlungen zum Gänsemanagement der Natur- und/oder Umweltverbände für die Stadt Neuss?
  6. Ist neben den Gänsen die Bejagung weiterer sogenannter „invasiver Tierarten“ in Neuss geplant?

Weiterhin erbitten wir Einblick in die Sitzungsprotokolle des Umweltausschusses und des Fachbereiches Stadtgrün der Stadt Neuss, in denen vor der Entscheidung zur Bejagung ein tierleidfreies Gänsemanagement erarbeitet wurde.  Wir verweisen auf die gesetzliche Auskunftspflicht. Bitte bestätigen Sie uns umgehend den Erhalt unserer E-Mail.

Mit tierfreundlichen Grüßen

Diesen Text dürfen Sie sich zu eigen machen!

Mit einem Klick auf die folgenden Links öffnet sich Ihr bevorzugtes Mailprogramm und Sie brauchen nur noch Ihren Namen darunter zu setzen und abzuschicken:

Alle Jahre wieder….

… versucht die Stadt Neuss – wie viele andere in der Vergangenheit auch – die Verschmutzung ihrer Stadtparks durch Gänsekot mit einer Bejagung der Verursacher zu verhindern. Dies hat erwiesenermaßen keinen Erfolg. Die Erfahrungen anderer Städte wie Düsseldorf geben den Expertenanalysen recht: die einzige dauerhafte Regulation einer Population kann nur durch gezielten Eieraustausch realisiert werden.  Und gegen den „Bio-Dreck“ der Gänse hilft nur die Kehrmaschine – oder ein paar Arbeitsplätze für Fächerbesenbenutzer. Mehr Info unten oder direkt zur Petition?

Petitionsaufruf gegen die Erschießung der Gänse im Neusser Stadtpark | (c) StelaSoul

 

 

Ein paar Missverständnisse fake news, die durch Presse und Politik gebetsmühlenartig wiederholt werden:

Kanadagänse sind invasiv

Falsch! die Kanadagans ist eine fest etablierte Art und damit ein auch gesetzlich geschützter Bestandteil der einheimischen Vogelwelt.

Kanadagänse sind aggressiv

Falsch! Sie kommunizieren einfach gern. Und Parkgänse suchen die Nähe des Menschen, weil sie an Futter gewöhnt wurden. Sie zischen selbst wenn sie gefüttert werden. Auch, wenn sie Junge (Gössel) haben, lassen sie sich leicht auf Abstand halten, indem man mit dem Zeigefinger auf ihre Brust zeigt und einen kleinen Schritt auf sie zu macht

Gänsekot lässt Gewässer umkippen

Falsch! Neben der Lichteinstrahlung sind Brotreste und Tiernahrung die größten Verursacher von Algenwachstum in Gewässern. Der Kot der Gänse begünstigt dieses Wachstum, hat aber einen eher geringen Anteil – zumal sich Gänse als Weidetiere den größten Teil des Tages auf der Wiese aufhalten.

Gänsekot ist gesundheitsschädlich

Falsch! Gänse sind Vegetarier und hinterlassen gemahlenes Gras. Für die häufig geäußerte Befürchtung, dass die Gänse über ihren Kot gefährliche Krankheiten verbreiteten oder die Gewässer zum Umkippen bringen würden, fanden Studien keine Belege.
In Nordrhein-Westfalen ließen die Behörden zudem die Frage untersuchen, ob die Gänse Krankheiten auf Menschen übertragen können. Dazu wurde eine dreistellige Zahl von Eiern mikrobiologisch auf Erreger und Antikörper untersucht. »Es konnten keine Erreger von Infektionskrankheiten nachgewiesen werden, die eine akute Gefährdung der Gesundheit von Menschen darstellen«, fassen die Autoren das Ergebnis ihrer Untersuchung zusammen.

Gänse sind zuviele

Falsch! Die Natur kennt keine Überpopulation. Jedes Ökosystem – bis auf den Menschen – reguliert sich selbst. Wenn Mensch es zulässt. Die Gänsepaare, die man mit bis zu 20 Gösseln in Kolonien spazierengehen sieht, führen so genannte Kindergärten. Die hoch sozialen Tiere unterstützen sich nämlich gegenseitig bei der Aufzucht ihrer Brut und kümmern sich um die Kinder ihrer Verwandschaft. Wird der Platz jedoch zu knapp, fahren sie die Reproduktion herunter.

Gänse verdrängen heimische Wasservögel

Falsch! Es gibt überhaupt keine Belege dafür, dass Gänse andere Arten verdrängen. „Gans im Gegenteil“ profitieren die Arten sogar von der Wachsamkeit der Gänse. Eine Ente, die in der Nähe der Gans ihr Nest baut, hat ihre „gans persönliche“ Alarmanlage.

Die Bejagung ist die „Ultima Ratio“

Falsch! Bejagung hat überhaupt nichts mit Ratio (Vernunft) zu tun. Selbst wenn die Stadt alle anderen möglichen Maßnahmen ausgeschöpft hätte – was sie nachweislich nicht getan hat* – ist die Bejagung aus folgenden Gründen weder sinnvoll noch vernünftig:

  • Gemäß Jagdgesetz wird nur auf fliegende Gänse geschossen, dabei wird meist hochgiftiges Bleischrot verwendet. Das ist nicht nur wegen der Verseuchung der Böden mit Blei problematisch.
  • Es ist praktisch unmöglich, exakt auf einen fliegenden Vogel zu schießen. Wenn man mitten in einen Vogelschwarm schießt, verletzt man einen Großteil der Tiere nur. Sie sterben früher oder später qualvoll an den Folgen des Beschusses.
  • Die kleinen Metallkugeln werden von gründelnden Enten o. Gänsen bei der Nahrungssuche aufgenommen, verbleiben oft im Verdauungstrakt und vergiften die Vögel nach und nach.
  • Vergiftete Vögel können dadurch eine Gefahr für Beutegreifer sein.
  • Auf unnatürliche Weise dezimierte Populationen streben danach, die Verluste wieder auszugleichen: die Vermehrung nimmt zu. Es entsteht ein widernatürlicher Kreislauf.
Besonderheit einer Jagd im Stadtgarten Neuss:
  • Rund um den Stadtgarten gibt es eine vollständig geschlossene Wohnbebauung. Auch Kindergärten gehören zu den direkten Anliegern. Traumatisierte oder anderweitig verletzte Kinder und erwachsene Anwohner durch herabstürzende blutige Tierkörper in Schulen und Gärten sind die Folge!
  • Der Lärm der Schüsse einer Treibjagd schreckt auch alle anderen Wildtiere auf und veranlasst freilaufende Hunde zur Flucht auf die umgebenden Straßen.

Die Lösung

Unsere angestrebte Lösung, die wir mit Experten aus unterschiedlichsten Bereichen zusammen erarbeitet haben, sieht folgendes vor:
  • Als kurzfristige Lösung eine Relokation (Umsiedlung) überzähliger Bestände an andere Orte
  • Als mittelfristige Lösung können alte Mauserplätze unattraktiv gemacht werden (evtl. m. Droneneinsatz)
  • Als langfristige Lösung hilft eine Reduktion der Gelege durch Ei-Austausch
  • Flankiert werden diese Ansätze durch Schaffung neuer Arbeitsplätze im Bereich der Flächenreinigung

Bitte helfen Sie

  • der Stadt, eine vernünftige Lösung zu wählen
  • unseren Kindern, Tieren mit Respekt und Liebe begegnen zu können
  • den liebevollen Gänsefamilien, friedvoll mit den anderen Neusser Bürgern zusammenzuleben
  • uns, die Stadt Neuss und ihre Tiere wieder zusammenzubringen

Unterschreiben Sie die Petition online auf https://weact.campact.de/petitions/keine-gansejagd-in-der-stadt

Sie wollen selber aktiv Unterschriften zu sammeln? Drucken Sie sich die Unterschriftenliste aus:
Sie wollen mehr zu unseren tierischen Nachbarn erfahren? Schauen Sie unter notpfote.de/gaia nach…

Danke fürs Lesen und hoffentlich Bis Bald in einem sauberen Gänse-Park!

 

* Die einzige von der Stadt „konsequent“ durchgeführte Maßnahme zur Populationskontrolle war die erfolglose Belegung der Insel im Jröne Meerke mit Reisig im Jahr 2014.