FAKTEN statt FAKE NEWS | IDEEN #StattJAGD

(c) Alpha STORYTELLING by Kai Kapitän

Alle Jahre wieder….

… versucht die Stadt Neuss – wie viele andere in der Vergangenheit auch – die Verschmutzung ihrer Stadtparks durch Gänsekot mit einer Bejagung der Verursacher zu verhindern. Dies hat erwiesenermaßen keinen Erfolg. Die Erfahrungen anderer Städte wie Düsseldorf geben den Expertenanalysen recht: die einzige dauerhafte Regulation einer Population kann nur durch gezielten Eieraustausch realisiert werden.  Und gegen den „Bio-Dreck“ der Gänse hilft nur die Kehrmaschine – oder ein paar Arbeitsplätze für Fächerbesenbenutzer. Mehr Info unten oder direkt zur Petition?

Petitionsaufruf gegen die Erschießung der Gänse im Neusser Stadtpark | (c) StelaSoul

Ein paar Missverständnisse fake news, die durch Presse und Politik gebetsmühlenartig wiederholt werden:

Kanadagänse sind invasiv

Falsch, die Kanadagans ist eine fest etablierte Art und damit ein auch gesetzlich geschützter Bestandteil der einheimischen Vogelwelt.

Kanadagänse sind aggressiv

Falsch, sie kommunizieren einfach gern. Und Parkgänse suchen die Nähe des Menschen, weil sie an Futter gewöhnt wurden. Sie zischen selbst wenn sie gefüttert werden. Außer, wenn sie Junge (Gössel) haben, lassen sie sich leicht vertreiben, indem man mit dem Zeigefinger auf ihre Brust zeigt und einen kleinen Schritt nach vorn macht.

Gänsekot lässt Gewässer umkippen

Falsch, neben der Lichteinstrahlung sind Brotreste (von Fütterern) und Tiernahrung (vom Anfüttern der Fischbestände durch Angler) die größten Verursacher von Algenwachstum in Gewässern. Der Kot der Gänse begünstigt dieses Wachstum, hat aber einen eher geringen Anteil – zumal sich Gänse als Weidetiere den größten Teil des Tages auf der Wiese aufhalten.

Gänsekot ist gesundheitsschädlich

Falsch, Gänse sind Vegetarier und hinterlassen gemahlenes Gras. Für die häufig geäußerte Befürchtung, dass die Gänse über ihren Kot gefährliche Krankheiten verbreiteten oder die Gewässer zum Umkippen bringen würden, fanden Studien keine Belege.
In Nordrhein-Westfalen ließen die Behörden zudem die Frage untersuchen, ob die Gänse Krankheiten auf Menschen übertragen können. Dazu wurde eine dreistellige Zahl von Eiern mikrobiologisch auf Erreger und Antikörper untersucht. »Es konnten keine Erreger von Infektionskrankheiten nachgewiesen werden, die eine akute Gefährdung der Gesundheit von Menschen darstellen«, fassen die Autoren das Ergebnis ihrer Untersuchung zusammen.

Gänse sind zuviele

Falsch. Die Natur kennt keine Überpopulation. Jedes Ökosystem – bis auf den Menschen – reguliert sich selbst. Wenn Mensch es zulässt. Die Gänsepaare, die man mit bis zu 20 Gösseln in Kolonien spazierengehen sieht, sind Kindergärten. Die hoch sozialen Tiere unterstützen sich nämlich gegenseitig bei der Aufzucht ihrer Brut und kümmern sich um die Kinder ihrer Verwandschaft. Wird der Platz jedoch zu knapp, fahren sie die Reproduktion herunter.

Gänse verdrängen heimische Wasservögel

Falsch. Es gibt überhaupt keine Belege dafür, dass Gänse andere Arten verdrängen. „Gans im Gegenteil“ profitieren die Arten sogar von der Wachsamkeit der Gänse. Eine Ente, die in der Nähe der Gans ihr Nest baut, hat ihre „gans persönliche“ Alarmanlage.

Die Bejagung ist die „Ultima Ratio“

Falsch, Bejagung hat überhaupt nichts mit Ratio (Vernunft) zu tun. Selbst wenn die Stadt alle anderen möglichen Maßnahmen ausgeschöpft hätte – was sie nachweislich nicht getan hat* – ist die Bejagung aus folgenden Gründen weder sinnvoll noch vernünftig:
Generell gilt:
  • Bei der Treibjagd darf gem.  Jagdgesetz keine sitzende Gans geschossen werden,  d.h. eine Treibjagd wird nur auf fliegende Gänse unternommen. Es sind also i.d.R. die stärksten Tiere der Population, die „der Natur entnommen werden“. Dies ist völlig entgegen jeder natürlichen Auslese.
  • Die freigewordenen Brutplätze werden von doppelt so vielen Tieren niederen Ranges wieder eingenommen. Fazit: die genutzte Fläche vergrößert sich.
  • Unnatürlich dezimierte Populationen streben danach, die Verluste wieder auszugleichen: die Vermehrung nimmt zu. Es entsteht ein widernatürlicher Kreislauf.
Besonderheit einer Jagd im Stadtgarten Neuss:
  • Rund um den Stadtgarten gibt es eine vollständig geschlossene Wohnbebauung. Auch Kindergärten gehören zu den direkten Anliegern. Traumatisierte oder anderweitig verletzte Kinder und erwachsene Anwohner durch herabstürzende blutige Tierkörper in Schulen und Gärten sind die Folge!
  • Der Lärm der Schüsse einer Treibjagd schreckt auch alle anderen Wildtiere auf und veranlasst freilaufende Hunde zur Flucht auf die umgebenden Straßen.

Die Lösung

Unsere angestrebte Lösung, die wir mit Experten aus unterschiedlichsten Bereichen zusammen erarbeitet haben, sieht folgendes vor:
  • Als kurzfristige Lösung eine Relokation (Umsiedlung) überzähliger Bestände an andere Orte
  • Als mittelfristige Lösung können alte Mauserplätze unattraktiv gemacht werden (evtl. m. Droneneinsatz)
  • Als langfristige Lösung hilft eine Reduktion der Gelege durch Ei-Austausch
  • Flankiert werden diese Ansätze durch Schaffung neuer Arbeitsplätze im Bereich der Flächenreinigung

Bitte helfen Sie

  • der Stadt, eine vernünftige Lösung zu wählen
  • unseren Kindern, Tieren mit Respekt und Liebe begegnen zu können
  • den liebevollen Gänsefamilien, friedvoll mit den anderen Neusser Bürgern zusammenzuleben
  • uns, Stadt und Tiere wieder zusammenzubringen

Unterschreiben Sie die Petition online auf https://weact.campact.de/petitions/keine-gansejagd-in-der-stadt

Sie wollen selber aktiv Unterschriften zu sammeln? Drucken Sie sich die Unterschriftenliste aus:
Sie wollen mehr zu unseren tierischen Nachbarn erfahren? Schauen Sie unter notpfote.de/gaia nach…

Danke fürs Lesen und hoffentlich Bis Bald in einem sauberen Gänse-Park!

 

* Die einzige von der Stadt durchgeführte Maßnahme zur Populationskontrolle war die erfolglose Belegung der Insel im Jröne Meerke mit Reisig im Jahr 2014.